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Pflegehinweise für atmosphärische (weiße bis graublättrige) Tillandsien:

 

Weiße Tillandsien bewohnen in Mittel- und Südamerika Bäume, Felswände, Säulenkakteen, Geröllhalden und Sandflächen.
Die sogenannten Blattschuppen, Haarbildungen der Epidermis, ermöglichen es ihnen, Wasser und darin gelöste Nährstoffe direkt über das Blatt aufzunehmen. Die Wurzeln sind vorwiegend Haftorgane. Seltene Niederschläge, selbst gelegentlicher Tau allein, der auch wochenlang ausbleiben kann, reichen für eine ausgeglichene Wasserbilanz.

Blattschuppen bei T. hildae

Vorwiegend handelt es sich um Bewohner tropischer Berggebiete bis zu 4000 Meter Höhe, mit einem Verbreitungsschwerpunkt um die 2000 Meter.  Das Klima dort ist unserem Sommerklima mit geringeren Niederschlägen ähnlich.

Deshalb fühlen sich die meisten Tillandsien in der frostfreien Jahreszeit im Freien (Garten oder Balkon), an einem vollsonnigen bis halbschattigen Platz wohl.

 

(Vorsicht: langsame Gewöhnung an das UV- Licht beim Ausräumen im Frühjahr, sonst kann es Verbrennungen geben !)

 

Ein zusätzliches Absprühen mit kalkarmem Wasser ist, wenn die Pflanzen vom Regen erreicht werden können, meist entbehrlich, und man könnte die meisten Tillandsien den ganzen Sommer über ohne Schaden auch sich selbst überlassen (ausgenommen lang andauernde Hitzeperioden ohne Niederschläge).
 

      links und unten : Tillandsien im Sommerquartier

 

 

 

 

Einige Arten aus wärmeren Klimaten - wie zB. T. xerographica, T. flexuosa,T. paraensis, T. juruana, T. intermedia, T. paucifolia -    eignen sich nicht für eine sommerliche Dauerkultur im Freien, da sie auf längere Regenperioden speziell bei tieferen Temperaturen (unter 17°C) mit Schäden an den Blättern oder gar mit Ausfaulen des Zentrums reagieren können. Der Schaden wird oft erst nach Wochen (zum Beispiel im Winter) sichtbar.
Auch eine Überwinterungstemperatur von 15° bei optimaler Helligkeit sollte bei diesen Arten nicht unterschritten werden.

 

 

rechts : T. streptocarpa aus Bolivien; die
hübschen Blüten duften sehr stark.

 

 

 

 

 

 

Nicht nur auf Gittern, auch auf Ketten, die im Sommer zwischen Bäumen gespannt oder an anderen geeigneten Stellen befestigt sind, lassen sich eine Menge Äste mit aufgebundenen Tillandsien unterbringen- jede Standortform hat bei uns ihren eigenen Ast bekommen.

So unterschiedlich die Bedingungen in der Heimat auch sein mögen, die meisten Tillandsien nehmen mit der gebotenen "Einheitspflege" vorlieb und gedeihen dabei.

 

 

Hochandine Arten aus Bolivien und Argentinien, wie zB. Tillandsia friesii, T. pedicellata, T. capillaris, T. hirta, manche Formen von T. usneoides, T. xiphioides, T. duratii und andere vertragen unter heimatlichen Bedingungen (absolute Trockenheit über Monate, hohe Lichtintensität bei Tag) strenge Nachtfröste.
 

 

So haben wir zum Beispiel an einem Standort von T. duratii am Morgen - 5°C gemessen. Die Blätter waren steif gefroren und zerbrachen beim Verbiegen wie Glas.
Tillandsia friesii
aus der Quebrada del Toro in Argentinien blühte in der Trockenzeit, obwohl die Temperaturen in der Nacht bis auf -15°C absanken (Tageszeitenklima in der Trockenzeit : jeder
Tag ist Sommer, jede Nacht ist Winter).

 

 

 

 

 

Bei direktem Sonnenlicht werden die Farben der blühenden T. ionantha erst richtig leuchtend.

 

In unserem Klima sind die Pflanzen schon im Herbst ganz anderen Bedingungen ausgesetzt: mit der Kälte kommen auch die Dauerregen, und statt dass sich die Tillandsien langsam an die trockenere Winterruhe vorbereiten können, kommen sie prall gefüllt in das oft zu dunkle oder zu kalte Winterquartier. Wenn man die Pflanzen nicht vor Regen schützen kann, ist besser, die Pflanzen eher frühzeitig (September) wieder einzuräumen. Keinesfalls sollte man damit fast bis zum ersten Reif - oder noch länger-  zuwarten.   

 

 

 

 

 

Die kleinsten und formenreichsten unter den Tillandsien sind die Diaphoranthemen

Auf dem Foto rechts eine Spezialsammlung aller
bekannten Arten mit dokumentierter Herkunft.

 Da die meisten davon in höheren Lagen des Andengebietes beheimatet sind und dort oft sehr niedrigen Temperaturen und großer Trockenheit ausgesetzt sind, genügt zur Überwinterung eine Minimumtemperatur von 5°C in einem hellen, gut durchlüfteten Raum, wie zB. einem Gewächshaus mit Kakteen oder auch ein kühler Wintergarten.
Im Sommer kann man die Pflanzen auch sehr gut vollsonnig bis halbschattig im Freien unterbringen, allerdings sind manche Arten empfindlich gegen länger andauernde Regenperioden (zB. T. tenebra, T. hirta und T. gilliesii) 

 

 

 

 

Das größere Problem bei der Pflege der Tillandsien ist der lichtarme Winter.

 Möglichkeiten, wo man Tillandsien überwintern kann :

* Ein temperiertes bis kühles Gewächshaus (dumpfig feuchte Warmhäuser sind ungeeignet)

* Eine frostfreie, kühle, helle (Dauertemperatur nicht unter 5 Grad ) Veranda oder ein Wintergarten.

* Ein Platz, nicht weiter als einen halben Meter vom Fenster entfernt, unter dem sich kein warmer Heizkörper befinden soll. Die Raumtemperatur sollte nicht über 20 Grad liegen, ideal sind Temperaturen zwischen 10 und 14 Grad. Eine Zusatzbeleuchtung mit einer Pflanzenleuchte ist günstig.

 

 

 

Verglaste Terrasse vor unserem Wohnzimmer. Überwinterungsquartier für viele große Tillandsien, im Sommer hängen hier außerdem nässeempfindliche und hitzeverträgliche Arten.

Da die Pflanzen in der lichtarmen Zeit in ihrer Konstitution geschwächt sind, ist im Winter vorsichtiges Wässern zu empfehlen: die Pflanzen werden im Abstand von einigen Tagen mit einem hauchfeinen Sprühnebel überzogen, gerade so oft und so viel, dass  ältere Blätter nicht aus Wassermangel abzutrocknen beginnen. In Blattachseln sollen wegen der Fäulnisgefahr keine Wassertropfen stehen bleiben. Tauchen im Winter ist daher nicht ratsam !

Eine Dauerkultur im Zimmer fernab vom Fenster, auch mit Zusatzbeleuchtung, ist kaum möglich (Ausnahme: Pflanzenvitrine mit hohem technischen Aufwand und Energieverbrauch). Das Verhältnis von Lichtintensität, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ist dann außerhalb des für die Pflanze erträglichen Bereichs.
 


Schwierigkeiten kann es mit der Kultur von Arten aus sehr hochgelegenen Bergwäldern geben.
T. macdougallii, T. andrieuxii, T. oaxacana, T. erubescens, T. violacea und manche andere wachsen in Mexiko bis über 3000 m Höhe. 

Dort ist es zumindest bei Nacht recht kühl, im Winter kann die Temperatur sogar bis nahe an Gefrierpunkt fallen.

 

links und rechts : halbschattiges, feuchteres Sommerquartier für die heiklen, hitzeempfindlichen Arten aus Mexiko wie
T. andrieuxii
und
T. macdougallii.

 

Diese Pflanzen bevorzugen eine recht kalte Überwinterung ( Nachttemperaturen herunter bis auf 5°C möglich) mit viel frischer Luft und auch im Winter ausreichende Wasserversorgung durch Nebeln, die grünblättrigen (T. oaxacana, T. quaquaflorifera, T. violacea) sogar durch fallweises Tauchen.
Werden sie zu warm überwintert, womöglich in stickiger Luft, überstehen sie unsere Hitzewellen im Sommer viel schwerer, auch bei ausreichenden Wassergaben, und sind dann außerdem anfällig für den Befall mit Schädlingen (Schmierläuse und Pilzinfektionen).

 

 

Die Anzucht von Tillandsien aus Samen erfordert viel Geduld und Aufmerksamkeit..

 

 

 

 

Arten aus warmfeuchten Gebieten entwachsen dem Sämlingsstadium relativ schnell (wie z.B. gerade einige der seltenen brasilianischen Kleintillandsien).
Bei guter Kultur können sie ihre Blühfähigkeit bereits 4-5 Jahre nach der Aussaat erreichen.

 

 

 

 

Arten aus Gegenden mit extremer Trockenzeit und womöglich noch langen Kälteperioden wachsen auch in Kultur extrem langsam.
Es dauert Jahre, bis Sämlinge erst einmal einige Blättchen entwickelt haben, und sogar von T. xiphioides und T. lorentziana gibt es Standortformen, die  bei uns bereits Jahrzehnte alt und erst einige Zentimeter groß sind.

 

 

 

 

 

oben links : T. streptophylla (A 1999); daneben von oben nach unten : T. xiphioides var. lutea, T. bartramii, T. xiphioides (A 1998), Mitte: T. magnusiana (A 1999), rechts davon T. stricta var. albifolia (A 1998) und T. ionantha (A 1997).

oben rechts : T. caulescens (A 1994), T. pruinosa (A 1997), T. deppeana ( A 1993), T. matudae (A 1993).

A = Aussaatjahr,  Fotos 2003.

 

 

 

Besonders drastisch ist der Zusammenhang zwischen dem Klima am Herkunftsort und dem Wachstum der Aussaaten bei xerophytischen Tillandsien am Beispiel links zu sehen.  Links T. recurvifolia, die aus einer wärmeren, gemäßigten Höhenlage stammt, und rechts eine Form von T. xiphioides aus dem Andengebiet Argentiniens mit extrem trockenem Sommer und Nachttemperaturen unter O°C.
Beide Arten wurden ungefähr im selben Jahr ausgesät.   

 

 

Probleme, Fragen : E-Mail : Lieselotte.Hromadnik@tillandsia.at

 

last modified 10. 08. 2016

 


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